Wespen & Co.

Wespenalarm

Patrice Gosteli

Tel. 079 462 08 62

 

Die Entfernung von Wespennestern oder Umplatzierung von Bienenvölkern wird mit Pauschal

CHF 100 in Rechnung gestellt.

 

 

Mit Wespen leben lernen

 

Wenn Wespen auftauchen, beginnen die meisten Leute, wie wild um sich zu schlagen, oder sie fuchteln herum, bemüht, die lästigen Tierchen zu verjagen. «Doch genau das ist komplett falsch», erläutert Walter Ettmüller, Insektenfachmann aus Bülach.
So beschwört wildes Gezappel das herauf, was die Betroffenen eigentlich abwenden wollen: Das Tier fühlt sich bedroht, verteidigt sich – und sticht den Angreifer. 

Umschwirren Wespen jemanden, muss der Betreffende Ruhe bewahren. Dies ist der beste Schutz vor einem Stich. Zudem eignet sich manch kleiner Trick dazu, diese «Plagegeister» etwas auf Distanz zu halten. Neben den vielen Duft- und Rauchkerzen, die sie verjagen helfen, erweist sich ein uraltes Rezept als wirksam: Wer einige Zeit vor dem Auftragen der anderen Speisen ein Stück Schinken in zwei bis drei Metern Distanz zum eigenen Gartentisch auf einen Teller für die Wespen bereitlegt, kann in Ruhe frühstücken. Die Tiere sind auf der Suche nach Eiweiss für die Brut und schneiden sich ungestört Stück für Stück aus der für sie bereitgestellten Schinkenscheibe. «Das funktioniert, da die Wespen ein Ortsgedächtnis haben und sich genau erinnern, wo sie reichlich Futter gefunden haben», bestätigt Walter Ettmüller.

 

Grundsätzlich sollte jemand nur eingreifen, wenn ihn Wespen direkt aus nahe liegenden Nestern belästigen:
«Auf keinen Fall aber selbst mit Mitteln aus der Drogerie oder Apotheke eingreifen», lautet der Rat des Experten. Und wenn das Nest wirklich weg muss, sind die Feuerwehr oder die Behörden der Stadt Bülach zu Hilfe zu rufen. Bevor jedoch jemand gegen Wespen etwas unternimmt, sollte er sich überlegen, ob ein friedliches Nebeneinander auch möglich wäre.

 

(hy) 12. Juli 2011 Zürcher Unterländer 

Wespen

Es ist Wochenende, 10 Uhr und windstill. Die Sonne brennt die letzten Tautropfen auf den Geranien weg; auf dem Gartentisch stehen frische Gipfeli, Eier, Butter, Konfitüre und all das, was ein Schlemmerfrühstück im Freien ausmacht. Doch bevor der erste Biss getan ist, summen und brummen den Hungrigen ungebetene Gäste um die Ohren - Wespen!

Wenn Wespen auftauchen, beginnen die meisten Leute, wie wild um sich zu schlagen oder fuchteln herum, bemüht, die lästigen Tierchen zu verjagen. «Doch genau das ist falsch», erläutert Walter Ettmüller, Insektenfachmann aus Bülach. So beschwört wildes Gezappel das herauf, was die Betroffenen eigentlich abwenden wollen: Das Tier fühlt sich bedroht, verteidigt sich ? und sticht den Angreifer.

 

Ruhe bewahren

Umschwirren Wespen jemanden, heisst es Ruhe bewahren. Dies ist wohl der beste Schutz vor einem Stich. Zudem eignet sich manch kleiner Trick dazu, diese «Plagegeister» etwas auf Distanz zu halten. Neben den vielen Duft- und Rauchkerzen, die sie verjagen helfen, erweist sich in der Regel ein uraltes Rezept als wirksam: Wer einige Zeit vor dem Auftragen der anderen Speisen ein Stück Schinken in zwei bis drei Metern Distanz zum eigenen Gartentisch auf

einen Teller für die Wespen bereit legt, kann in Ruhe frühstücken. 

Die Tiere sind auf der Suche nach Eiweiss für die Brut und schneiden sich nun ungestört Stück für Stück aus der für

sie bereitgestellten Schinkenscheibe. «Das funktioniert, da die Wespen ein Ortsgedächtnis haben und sich genau erinnern, wo sie reichlich Futter gefunden haben», bestätigt Walter Ettmüller.

In der Regel harmlos 

Der Stich einer Wespe kann sehr schmerzhaft sein, ist aber in den meisten Fällen ungefährlich. Ratsam ist: Wen eine Wespe in den Mund, Hals oder direkt in Blutgefässe sticht, der sollte sofort einen Arzt aufsuchen.Das selbe gilt für Allergiker. Obwohl also eher harmlos, stehen die gelb-schwarzen Wespen auf der «Hitliste» der als lästig und gefährlich eingestuften Tiere ganz oben. Dazu tragen auch Schauergeschichten bei wie dass drei Stiche der grössten Wespe, der Hornisse, einen Menschen töten und sieben ein Pferd. Eine Aussage, die so falsch ist. All das ist sicher auch der Grund, weshalb viele die Feuerwehr oder die Behörden der Stadt Bülach alljährlich zu Hilfe rufen und bitten, ein Wespennest schnellstens zu entfernen. Dabei ist es in vielen Fällen unnötig, sie zu bekämpfen. 

Grundsätzlich sollte jemand nur eingreifen, wenn ihn Wespen direkt aus nahe liegenden Nestern belästigen: «Auf keinen Fall aber selbst mit irgendwelchen Mitteln aus Drogerie oder Apotheke eingreifen», lautet der Rat des Experten. Viele wüssten zu wenig über die Wespen und die Natur allgemein, klagt Walter Ettmüller und meint, er beobachte oft, wie gewisse Leute alles zertrampelten, was sie störe: «Das ist Unkenntnis, Naturferne. Alles was stört, bringen wir um.»

Wespen sind äusserst nützlich

Die Wespen jagen andere Insekten und Insektenlarven und spielen im Gleichgewicht der Natur eine wichtige Rolle. Bevor jemand gegen Wespen etwas unternimmt, sollte er sich überlegen, ob ein friedliches Nebeneinander auch möglich wäre. «Wer ein bisschen mehr über die Lebensweise der Wespen weiss, kann mit ihnen in Frieden leben», ist Walter Ettmüller, Insektenexperte, überzeugt. 

 

Wespenvölker existieren grundsätzlich nur ein Jahr lang. Den Winter überleben einzig befruchtete junge Königinnen. In der ersten Zeit sind sie auf sich allein gestellt und damit beschäftigt, den geeigneten Platz für ihr Nest zu suchen. Und als geeignet sieht die Wespe auf ihrem Flug im Frühling zunächst einmal alles an, was vorzugsweise rund, gut einen Zentimeter gross und dunkel ist. Viele Wespen fliegen kleine und dunkle Strukturen an und untersuchen diese. Zur Ruhe kommen sie erst in einem verlassenen Erdbau, in einem Storenkasten, Dachhohlraum oder bauen statt eines Höhlennests an einem geeigneten Ort frei auf einem Balkon oder einem Gartensitzplatz. 

Hat die junge Königin den geeigneten Nistplatz gefunden, ändert sich ihr Verhalten schlagartig. Von nun an sind die Wespen auf Parkbänken, an Pfählen, Brennholzstapeln und abgestorbenen Bäumen zu sehen, also überall dort, wo altes Holz anzutreffen ist. «Diese Späne vermischen sie mit ihrem Speichel, verbauen die daraus entstehende Masse, die sich aushärtet», schildert Walter Ettmüller.

So ist der Grundstoff eines Wespennests nichts anderes als Papier.

Im Laufe des Sommers wächst das Wespenvolk und mit ihm auch das Nest. Bis Spätherbst leben in den nun grösseren Nestern je nach Art einige Dutzend bis Tausende Tiere. Im Oktober oder November geht das Wespenjahr schliesslich zu Ende, die Völker sterben ab. Nur die neuen Königinnen werden überwintern und dafür sorgen, dass sich im kommenden Jahr die einen oder anderen wieder über die Wespen ärgern können.  

                                                           (hy) 04. August 20108 Zürcher Unterländer

 

                   Biene                                    Wespe


Hornissen

Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd – das ist ein Schauermärchen und kompletter Unsinn. Und doch hält sich die Angst vor dieser Wespenart im Unterland hartnäckig: «Eine Hornisse bringt mit einem einzigen Stich eine Frau um, ein Mann erholt sich vielleicht besser», ist Danica Rakovic überzeugt. Und Céline Sommer erzählt, ihre Schwester habe nach einem Hornissenstich sehr hohes Fieber bekommen und sei «fast gestorben».

Wie diese zwei sind zehn von zwölf im Bülacher Stadtzentrum befragte Passanten überzeugt: Hornissen sind gefährlich. «Nein, die sind harmlos», winkt Mario Costa ab und vermutet, «wer Angst hat, verwechselt die Hornissen mit anderen Wespen.» Schmerzhafte Sache.

Tatsächlich müssten gegen tausend Hornissen einen gesunden Erwachsenen anfallen und stechen, um sein Leben zu gefährden. Denn das Gift der Hornissen ist nicht toxischer als das anderer Wespenarten, wobei zum Beispiel das Gift der Biene bis zu 15 Mal stärker ist. Wahr hingegen ist: Der Stich einer Hornisse ist viel schmerzhafter als der anderer Wespen. Zum einen ist deren Stachel dicker und mit fast vier Millimetern länger als der anderer Wespen und dringt somit in besonders schmerzempfindliche Zonen unter der Haut vor. Zum anderen enthält ihr Gift einen hohen Anteil Acetylcholin. Das ist eine Substanz, die einzig die Hornisse dem Menschen einspritzt und die einen heftig brennenden Schmerz verursacht.

Keine echte Gefahr

Hat jemand ein Hornissenvolk aufgescheucht, verfolgen die Insekten den vermeintlichen Angreifer höchstens 15 bis 20 Meter weit. Und selbst wenn ein Erwachsener in der Folge mehrere Stiche erleidet, ist die Giftdosis harmlos, abgesehen von einer geschwollenen Stelle rund um den Einstich und eben den brennenden Schmerzen. Da Hornissen weder Getränke noch Süssigkeiten anpeilen, sind Stiche im Rachen unwahrscheinlich. 

Die Angst vor der Hornisse hat wohl eher «technische» Gründe: Die Hornisse ist mit einer Körperlänge von 25 und 28 Millimetern beeindruckend gross, ja, die grösste in Mitteleuropa lebende Wespe – und auch das grösste Staaten bildende Insekt der heimischen Tierwelt. Und diese Grösse wirkt erschreckend.

 

Ein friedliches Insekt 

Im Gegensatz zur Honigbiene ist die Muskulatur rund um den Stachelansatz einer Hornisse kräftig, sodass sie diesen meistens wieder unbeschadet aus der Haut des Menschen oder eines Wirbeltiers herausziehen und damit auch mehrmals zustechen kann. Aber dazu muss sie einen gewichtigen Grund haben: Die Hornisse nämlich greift nur an, wenn sie ihr Nest bedroht sieht. 

«Daher sollte sich niemand näher als vier bis fünf Meter an ein Hornissennest heranwagen und vor allem in diesem Umkreis keine Arbeiten verrichten, die Lärm verursachen oder sogar zu Vibrationen im Nest führen», erläutert dazu der Bülacher Insektenfachmann Walter Ettmüller.

 

Angriff im Gefahrenfall

Zu solch störenden Arbeiten gehören Sägen, Bohren und Hämmern wie auch das Rasenmähen. Wer sich während des Rasenmähens jedoch vorsichtig und langsam diesen Insekten nähert, kann sie so daran gewöhnen, dass die Hornissen das Brummen des Motors mit der Zeit akzeptieren.

Da die Forstbetriebe aus Sicherheitsgründen kranke, hohle Bäume heute in der Regel rasch fällen, haben die Hornissen von Jahr zu Jahr mehr Mühe, einen für den Nestbau geeigneten Raum zu finden. Und so weichen sie der Not gehorchend unter Dachvorbauten, in die Rollladen-Kästen oder gar in die Wohnhäuser selbst aus. Mit Vorliebe bauen sie ihr Nest in einem ruhigen Estrich, in dem letztlich bis zu 700 Tiere leben.

Statt Angst vor der Hornisse zu haben, sollten die Menschen ihr dankbar sein und sie hätscheln. Denn ein einziges ihrer Völker vertilgt ein halbes Kilo Mücken, Fliegen, Bremsen und anderer Insekten täglich. Das macht volumenmässig in zwei bis drei Tagen rund einen 35 Liter grossen Abfallsack aus. 

(hy) 12. Juli 2011 Zürcher Unterländer